Rechtliche Grundlagen

Natürlich sollte ein Autor die rechtlichen Grundlagen für seine Arbeit kennen. Dazu gehören:

 


Der Normvertrag

Der Verband Deutscher Schriftsteller (VS) und der Börsenverein des deutschen Buchhandels e.V. schlossen am 19. Oktober 1978 einen Rahmenvertrag über den Abschluss von Verlagsverträgen. Dieser Rahmenvertrag ist heute in der Fassung vom 1. April 1999 gültig. Er beinhaltet einen Normvertrag, der als Grundlage für alle Verträge zwischen Autoren und Verlagen gelten soll. Folgende Vertragspunkte werden berücksichtigt.

 


Das Urheberrecht

Das Urheberrecht ist das ausschließliche Recht eines Urhebers an seinem Werk. Es dient zum Schutz bestimmter Geistesschöpfungen bzw. Werke. D.h. es schützt das Persönlichkeitsrecht und die wirtschaftlichen Interessen des Urhebers. In Deutschland ist das Urheberrecht durch das Gesetz über das Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (UrhG) vom  9. September 1965 geregelt. Die aktuelle Fassung stammt vom 10. September 2003.

Laut § 1 UrhG schützt das Gesetz die Rechte aller „Urheber von Werken der Literatur, Wissenschaft und Kunst“.  Als Urheber gilt der Schöpfer des Werkes (§ 7 UrhG). Mehrere Urheber können ihre Rechte als Miturheberschaft geltend machen. Außerdem ist das Urheberrecht (auch bei Miturheberschaft) vererblich. Sonst ist das Urheberrecht grundsätzlich unübertragbar. Das Urheberrecht erlischt 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers. Nach Ablauf dieser Frist werden Werke „gemeinfrei“.

Im § 2 UrhG werden die schutzwürdigen Werke definiert. Nicht schutzwürdig sind nach § 5 UrhG Gesetze, Verordnungen, Leitsätze von amtlichen oder gerichtliche Entscheidungen. Das Urheberrecht umfasst das Urheberpersönlichkeitsrecht und die Verwertungsrechte am Werk. Der Urheber kann bestimmen, ob und in welcher Form sein Werk vervielfältigt, veröffentlicht oder verbreitet wird. Für die Vermietung und Verleihung seines Werkes steht dem Urheber eine angemessene Vergütung zu.

Schriftstellerische Arbeiten fallen nicht automatisch unter den Schutz des Urheberrechtsgesetzes. Um den vollen Schutz zu erlangen, müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Im Wesentlichen muss das Werk veröffentlicht und erschienen sein. Dies wird im § 6 UrhG näher definiert: „[...] (1) Ein Werk ist veröffentlicht, wenn es mit Zustimmung des Berechtigten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden ist. (2) Ein Werk ist erschienen, wenn mit Zustimmung des Berechtigten Vervielfältigungsstücke des Werkes nach ihrer Herstellung in genügender Anzahl der Öffentlichkeit angeboten oder in Verkehr gebracht worden sind.”

Diese Limitierung des Urheberrechts von Autoren bedeutet, dass ein Manuskript allein noch nicht geschützt ist. Denn: „Mit dem Abschluss des Manuskriptes und der Herstellung beliebig vieler Kopien ist das Werk weder veröffentlicht noch erschienen.”  Das UrhG gilt nur für unveröffentlichte Manuskripte, wenn der Autor seine Urheberschaft beweisen kann.

 


Das Honorar

Das Autorenhonorar wird aus dem Ladenpreis des Buches abzüglich der Umsatzsteuer berechnet. Daraus ergibt sich der Nettoverkaufspreis, wovon der Kinderbuchautor durchschnittlich 7 % erhält. In der Kinderbuchbranche ist das Autorenhonorar vom Illustrationsanteil abhängig und variiert zwischen 5 und 9 %. Es setzt sich aus

  • dem Grundhonorar und
  • dem Absatzhonorar zusammen.

Generell empfiehlt der Verband Deutscher Schriftsteller (VS) für Original-Buchveröffentlichungen folgende Honorarsätze nicht zu unterschreiten: bei Hardcover- und gebundenen Ausgaben 10 % vom Nettoladenpreis sowie bei Taschenbuchausgaben 6 % vom Nettoladenpreis. Darüber hinaus ist der Verlag verpflichtet, die Künstlersozialabgabe für den Autor zu bezahlen.

Das Grundhonorar ist ein zu verrechnender Zuschuss. Diese Vorauszahlung muss vom Autor jedoch nicht zurückgezahlt werden. Es gibt von Verlag zu Verlag verschiedene Zahlungsweisen für das Grundhonorar. Die geläufigsten Zahlungsarten sind:

  • 50 % bei Vertragsabschluss, 50 % bei Manuskriptabgabe,
  • 33 % bei Vertragsabschluss, 33 % bei Manuskriptabgabe, 33 % nach Erscheinen des Buches,
  • 30 % bei Vertragsabschluss, 40 % bei Manuskriptabgabe, 30 % nach Erscheinen des Buches,
  • 40 % bei Vertragsabschluss, 50 % nach Erscheinen des Buches.

Laut VS sollten mindestens zwei Drittel der beabsichtigten Erstauflage im Voraus honoriert werden. Zu dem vereinbarten Grundhonorar kommt ein vom Verkaufserfolg des Buches abhängiges Absatzhonorar. Dieses wird per Honorarabrechnung ermittelt. Die Honorarabrechnung erfolgt ein- bis zweimal pro Jahr pauschal (als festgelegter Betrag) oder prozentual (anteilig nach Erfolg). Ein Absatzhonorar wird nur gezahlt, wenn der Erlös durch das Buch die Vorauszahlung übersteigt. Die Honorarabrechnung gibt Auskunft über:

  1. den Anfangsbestand,
  2. die Anzahl der verkauften Exemplare,
  3. die Freistücke,
  4. die Makulatur bzw. den Inventurausgleich,
  5. die Anzahl der verramschten Exemplare sowie
  6. die Zugänge.

Der Anfangsbestand gibt an, wie groß die produzierte Auflage des Buches war. Der Verkauf ist die Anzahl der verkauften Exemplare. Als Freistücke gelten Bücher, die kostenlos vom Verlag z.B. als Belegexemplare vergeben werden. Die Anzahl der dem Autor zustehenden Belegexemplare ist vertraglich geregelt. Er bekommt meist ein bis zwei Bücher oder z.B. ein Exemplar pro 1.000 Stück Auflage. Möchte der Autor über die ihm zustehenden Belegexemplare hinaus weitere Bücher beziehen, wird ihm in der Regel ein Autorenrabatt von 35-50 % gewährt.

Lässt der Absatz des Buches nach, kann der Verlag es zum Verramschen freigeben. Sinken die Verkaufszahlen z.B. unter einem Minimum von 300 Stück pro Jahr, lohnt es sich für den Verlag wirtschaftlich nicht, das Buch länger im Sortiment zu behalten. Gründe dafür können die Schnelllebigkeit des Buchgeschäfts, die Titelflut oder auch die teuren Lagerhaltungskosten sein. Verramschen bedeutet, dass das Buch vom Ladenpreis entbunden wird und zum Billigpreis verschleudert werden kann. Eine andere Möglichkeit ist die Makulatur des Buches, d.h. das Einstampfen des Restbestandes. Kann das Buch jedoch positive Verkaufszahlen aufweisen, wird es neu aufgelegt. Diese Exemplare gehen als Zugänge in die Honorarabrechnung ein.

Alle Personen, die ihren Lebensunterhalt durch Einnahmen aus künstlerischen Tätigkeiten bestreiten, können sich durch die Künstlersozialkasse (KSK) absichern. Das am 01.01.1983 in Kraft getretene Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) führte sozialen Schutz in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung für selbständige Künstler und Publizisten ein. Wie Arbeitnehmer zahlen sie 50 % des Beitrages zur gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung an die KSK. Den Arbeitgeberanteil bezahlt der Verlag bzw. die Rundfunkanstalt, etc.

Sämtliche Honorare müssen, wie normale Verdienste, bei der Steuererklärung angegeben werden. Daneben können aber auch alle angefallenen Ausgaben abgerechnet werden. Dazu gehören z.B.

  • Portokosten,
  • Kommunikationskosten (Telefon, Fax, Internet…),
  • Kosten für Bürobedarf,
  • Kosten für Fachliteratur,
  • Anschaffungskosten für Geräte (Computer, Drucker, Telefon, Faxgerät, Modem…),
  • Reisekosten (Fachmessen…),
  • Bewirtungskosten (Arbeitsgespräche…),
  • Mitgliedsbeiträge (Fachverbände…).

Als allgemeine Regel gilt: Buchbelege unterliegen einer Aufbewahrungsfrist von zehn Jahren.

 


Die Buchpreise

Die Höhe des Buchpreises ist abhängig von Autorenhonorar, Auflagenhöhe und Buchhändlerrabatt. Das Autorenhonorar beträgt höchstens 10 % des Buchpreises. Die Ausnahme dazu bilden nur Bestseller. Die Auflagenhöhe beeinflusst ausschlaggebend die Herstellungs- und Gemeinkosten der Buchproduktion. Der Verlag trägt u. a. die Kosten für Werbung, Auslieferung, Vertreter, Lagerung, Kommunikationsmittel, Transportmittel, Gehälter, Unternehmerlohn, Kapitalzinsen, Risikoprämie und Steuern. Die Verlagskosten machen ca. 60 % des Buchpreises aus.

Der Buchhändlerrabatt beträgt üblicherweise 30 %. Dieser Preisnachlass ermöglicht dem Buchhandel eine Gewinnspanne. Der Gewinn des Buchhandels wird stark durch die Kosten für Ladenmiete, laufende Kosten (Strom, Wasser, Telefon, etc.), Diebstahlschäden, Abschreibungen, Gehälter, Gewerbesteuer, Fahrzeugkosten, Anteile des Zwischen-buch0handels, Risikoprämien, Unternehmerlohn und den anfallenden Steuern beeinträchtigt.  Eine Möglichkeit zur Kalkulation der Buchpreise ist in der folgenden Abbildung dargestellt.

Bücher unterliegen in Deutschland der Buchpreisbindung. „Rechtsgrundlage ist das Buchpreisbindungsgesetz (BuchPrG), das Verlage verpflichtet, für ihre Neuerscheinungen verbindliche Ladenpreise festzusetzen.”  Der Preis muss als Endpreis eines Buches für den Verkauf an den Endverbraucher festgelegt werden. Die Umsatzsteuer ist im Endpreis bereits enthalten. Ein Buch kostet immer das Selbe, unabhängig ob es im Sortimentsbuchhandel oder über Internet bezogen wird. Feste Ladenpreise schützen den Buchhandel und somit dessen Kunden. Auch kleinere Buchhandlungen ist es möglich, mit den großen Buchhandelsketten zu konkurrieren. Die Verlage haben das Recht, die Preisbindung nach 18 Monaten aufzuheben. Das „Gesetz zur Regelung der Preisbindung bei Verlagserzeugnissen” wurde am 01.Oktober 2002 beschlossen (Bundesgesetzblatt I).

Es gibt in Deutschland einen ermäßigten Mehrwertsteuersatz auf Bücher. Dieser beträgt heute 7 %.  Der normale Mehrwertsteuersatz liegt bei 16 %.

 


 

Soll Timmi Marie in seine Pläne einweihen?

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